Für Psychologen und Psychologinnen: psychoanalytische Psychotherapie für Erwachsene

Weiterbildung FÜR PSYCHOLOGEN UND PSYCHOLOGINNEN IN PSYCHOANALYTISCHER PSYCHOTHERAPIE FÜR ERWACHSENE

Im Mittelpunkt der Weiterbildung am PSZ steht die Vermittlung von Wissen und Können. Integrale Bestandteile und Bedingung für den Abschluss der Weiterbildung sind gleichermassen die Selbsterfahrung, eigene psychotherapeutische Tätigkeit, Supervision sowie die Aneignung klinischer Praxis, die die Teilnehmenden in Weiterbildung selbst organisieren.

Die theoretische Weiterbildung gliedert sich in verschiedene inhaltliche Bereiche. Eine Übersicht finden Sie in derTabelle des Flyers.Für die Weiterbildung in psychoanalytischer Psychotherapie am PSZ müssen insgesamt 500 Einheiten Theorie belegt werden. Die Anzahl der zu absolvierenden Einheiten aus den Teilbereichen 1 bis 6 kann aus untenstehender Tabelle entnommen werden. Eine Einheit entspricht 45 Minuten (siehe Merkblatt: Erwerb von theoretisch-klinischem, einschliesslich generischem Wissen).

Zentrale Elemente der Weiterbildung sind zudem:

→ die eigene Psychoanalyse (mindestens 300 Stunden — vor Beginn der Weiterbildung begonnene Analysen werden bis zu maximal 150 Stunden angerechnet). Empfohlen wird eine Analyse zu drei bis vier Stunden wöchentlich.

→ zwei Jahre klinische Tätigkeit zu 100% in einer Einrichtung der psychosozialen Versorgung, mindestens ein Jahr davon in einer Einrichtung der ambulanten oder stationären psychotherapeutisch-psychiatrischen Versorgung

→ 250 Stunden Supervision, davon mindestens 150 Einzelsupervision

→ 500 Stunden eigene klinische Tätigkeit unter Supervision

Das Curriculum kann im Rahmen der vorgegebenen Struktur individuell aus dem laufenden Semesterprogramm zusammengestellt werden.
Semesterprogramm Sommer 2019und Weiterbildungskonzept sind beim Sekretariat erhältlich oder auf der Homepage einsehbar.
Die Weiterbildung beginnt mit dem Eintrittsgespräch. Im Verlauf des Curriculums dokumentieren die Studierenden die besuchten Kurse und stellen in zwei Portfolios ihren Lernprozess dar. Die dazugehörenden Standortgespräche dienen der Reflexion und weiteren Planung der Weiterbildung. In einem Abschlusskolloquium stellen die Weiterbildungs-Teilnehmenden eine Falldarstellung zur Diskussion.
Die Weiterbildung des PSZ ist vom Bund und den Fachverbänden anerkannt und führt zum Titel „eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut“, „eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin“.

WEITERBILDUNGSPROGRAMM

Selbsterfahrung und Selbststudium

  • Eigene Freudsche Analyse (empfohlen sind 3-4 Wochenstunden)
  • Supervision
  • Intervision
  • Eigenes Literaturstudium

1 METAPSYCHOLOGIE

132 Einheiten

  • Konzepte des Unbewussten
  • Triebtheorie
  • Strukturtheorie
  • Abwehrlehre
  • Psychoanalytische Entwicklungstheorien
  • Traumtheorie

2 Psychoanalytische Krankheitslehre

85 Einheiten

  • Neurosen
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychoanalytische Diagnostik, Vergleich mit anderen Methoden
  • Psychosomatik

3 Klinische Ausbildung

150 Einheiten

  • Grundlagen der Technik
  • Indikationsseminar und Erstgespräch
  • Kasuistik für Anfänger
  • Interviewkurs
  • Kasuistik für Fortgeschrittene
  • Abklärungsstelle
  • Technisches Seminar inkl. spezielle Fragen der Technik

4 Theorie und Praxis spezifischer Behandlungssituationen

55 Einheiten

  • Arbeit in veränderten Settings: z.B. bei Psychosen, Traumatisierungen, Migrationskonflikten, Suchtproblematik
  • Institutionelle Parameter: z.B. in Kliniken, Beratungsstellen, bei delegierter Psychotherapie und Krankenkasse
  • Psychoanalytische Kurztherapie, Paar- und Familientherapie
  • Psychoanalytische Arbeit mit Gruppen

5 Gesellschafts-, Kultur- und Wissenschaftstheorie

30 Einheiten

  • Geschichte der Psychoanalyse
  • Psychoanalytische Ethik
  • Psychoanalyse und Gesellschaft
  • Psychoanalyse als Erkenntnistheorie

6 Generisches Wissen

48 Einheiten

  • g1 Wirksamkeit, Möglichkeiten und Grenzen der psychoanalytischen Psychotherapie
  • g2 Kenntnisse anderer Psychotherapieansätze
  • g3 Psychotherapieforschung und ihre Implikationen für die Praxis
  • g4 Besonderheiten der Psychotherapie mit verschiedenen Altersgruppen
  • g5 Implikationen demographischer, sozioökonomischer und kultureller Faktoren
  • g6 Berufsethik und Berufspflichten
  • g7 Gesellschaftspolitische und ethische Faktoren psychotherapeutischen Arbeitens
  • g8 Kenntnisse über das Rechts-, Sozial- und Gesundheitswesen und ihre Institutionen

Das generische Wissen entspricht dem Qualitätsstandard 3.3.3 in Anhang 1 der AkkredV-PsyG.

Rekursmöglichkeiten für Teilnehmende in Weiterbildung

Erste Entscheidungsinstanz für die Teilnehmenden in Weiterbildung ist die Weiterbildungskommission des PSZ. Sind die Teilnehmenden mit einem Entscheid der Weiterbildungskommission nicht einverstanden, können sie Rekurs einlegen.

Über Beschwerden der Teilnehmenden in Weiterbildung am PSZ entscheidet als unabhängige und unparteiische Beschwerdeinstanz nach PsyG die Beschwerdekommission, die gemeinsam mit den psychoanalytischen Weiterbildungsinstituten AZPP (Ausbildungszentrum für Psychoanalytische Psychotherapie Basel), KJF (Weiterbildungsinstitut für Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie Luzern) und FIZ (Freud-Institut Zürich) per 01.07.2016 eingesetzt wurde(vgl. Reglement der Vernetzungsgruppe über die Beschwerdeinstanz).

Adresse:

Beschwerdekommission der Vernetzungsgruppe

AZPP, FIZ, KJF und PSZ

Postfach 2409

8021 Zürich 1



Mitglieder der Beschwerdekommission: Ruth Wallimann (Präsidentin/Juristin), Katrin Braune-Krickau (KJF), Christian Begemann (KJF), Ingrid Flury-Specht (FIZ), Nadja Händel (AZPP), Sabina Kunz (PSZ), Thomas Kurz (PSZ), Dagmar Nölchen (AZPP), Esther Schoellkopf Steiger (FIZ)