Musik und Psychoanalyse

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Aspekte einer Kunst des Hörens
Der Vortrag thematisiert das Verhältnis von Musik und Psychoanalyse, indem vier Positionen diskutiert werden. Zunächst wird die Musik als eine von mehreren Kunstgattungen betrachtet, die zum «Objekt» der Psychoanalyse werden können. Sodann wird die musikalische Qualität der frühen Mutter–Kind-Kommunikation als Grundlage von Symbolisierung und Ich-Entwicklung in den Blick genommen. Dabei ergibt sich, dass es zu kurz greift, Musik auf das Künstlerische und auf das rein Akustische zu beschränken. Dies führt zur Betrachtung von Musik als Medium, und es wird sichtbar, dass auch Psychoanalyse ein Medium ist, in dem etwas erscheint, das dem, was in Musik erscheint, vom Bereich her entspricht. In einem letzten Schritt wird als das Gemeinsame von Musik und Psychoanalyse die besondere Beziehung zum «Hören» herausgearbeitet und dieses im Vergleich zum «Sehen» näher charakterisiert.
Johannes Picht studierte Musik, Medizin und Philosophie in Berlin, München und Freiburg. Facharzt für Innere Medizin und für Psychosomatik und Psychotherapie, Psychoanalytiker in freier Praxis in Schliengen/Mark­gräfler Land, Lehranalytiker (DPV, IPA, DGPT). Publikationen im Feld zwischen Psychoanalyse, Musik und Philosophie, u.a. zur Musik des späten Beethoven, sowie zu psychosomatischen Fragen. Leitung eines Ständigen Forums «Musik und Psychoanalyse hören voneinander» auf den DPV-Tagungen.