Subjektivitätswandel und neue Sozialisationstypen. Klinische und alltagskulturelle Implikationen

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Während mit Beginn der 1970er Jahre ein gesellschaftlicher Wandel durch das Heraufkommen des «narzisstischen Sozialisationstyps» zu beobachten war, konnten zwei Jahrzehnte später Soziologen und Kulturtheoretiker einen neuer­lichen Para­digmenwechsel feststellen, der schliesslich den neuen Kollektiv­charakter des aktuellen «telematischen Sozialisationstyps» hervor­brachte. Die unter solchen Umgestaltungen stattfindenden Subjektivitäts­veränderungen stellen immer auch Herausforderungen für die Psychoanalyse sowohl hin­sichtlich ihrer theoretischen Positionen als auch bezüg­lich ihrer therapeutischen Praxis dar. Die Spezifität des «telematischen Subjekts» mit der es umgebenden Kultur sowie notwendige neue Grenzsetzungen zwischen dem «Normalen» und dem «Psychopathologischen» sollen herausgearbeitet werden, wobei die Frage des Geniessens und die Struktur der Perversion sowohl im Vortrag als auch im Workshop in besonderer Weise Berücksichtigung finden sollen.
 
August Ruhs, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Neurologie. Stellvertretender Leiter der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psycho­therapie der Medizin­universität Wien sowie in freier Praxis als Psychoanalytiker (IPV) tätig. Gruppen­psychoanalytiker, Psychodramalehrtherapeut. Vorsitzender des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse. Mitbegründer und Vorsitzender der «Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule», Mitherausgeber der Zeitschrift «texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik». Zahlreiche Publikationen sowie Übersetzungen aus dem Bereich der klinischen, theoretischen und ange­wandten Psychoanalyse. Letzte Buchpublikation: «Der Vorhang des Parrhasios. Schriften zur Kulturtheorie der Psychoanalyse» (Löcker Verlag, Wien 2010).