Emotion und Kognition bei depressiv Erkrankten:

Informationen

Neuere Forschungsergebnisse – Konsequenzen für die psychotherapeutische Praxis?
Heinz Böker, Zürich
Die Mehrdimensionalität depressiver Erkrankungen erfordert einen abgestuften Einsatz unterschiedlicher therapeutischer und psychotherapeutischer Interventionen im jeweiligen Einzelfall. Neben der aktuellen depressiven Symptomatik sind dabei persönlichkeitsstrukturelle Zusammenhänge und Konfliktmuster zu berücksichtigen. Der Vortrag vermittelt einen Überblick über aktuelle neurowissenschaftliche Befunde zur emotional-kognitiven Interaktion und zu den Ergebnissen der Pharmakotherapie- und Psychotherapie-Forschung. Der Stellenwert der Psychodynamisch Orientierten/Psychoanalytischen Psychotherapie der Depression wird untersucht. Fragen zur Differentialindikation und zu «therapietechnischen» Schwierigkeiten im Verlauf der Behandlung von Patienten mit Majoren Depressionen werden erörtert.Ein weiterer Fokus des Vortrags zielt auf die speziellen behandlungstechnischen Probleme im Rahmen der Psychodynamischen/Psychoanalytischen Psychotherapie depressiv Erkrankter (therapeutische Grundhaltung, «präsymbolische Affektansteckung», partielle temporäre Entkopplung von psychischem Prozess und manifester Symptomatik, unterschiedliche Ebenen der Symbolisierung). Wesent¬liches Ziel ist die Einleitung eines Trauerprozesses: «Nur was betrauert werden kann, kann symbolisiert werden» (Segal 1956). Heinz Böker: Klinik für Affektive Erkrankungen und Allgemeinpsychiatrie Zürich OstZentrum für Depressions- und AngstbehandlungPsychiatrische Universitätsklinik Zürich

Siehe dazu auch Klinisches Seminar vom Samstag, 25. April 2009 (unter Kursübersicht SS09)