«Artikulationsgrenzen als Deutungshypothese»:

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Aus der Praxis eines Dokumentarfilmprojekts über «Jugend und Aids» in Äthiopien

In ihrer Studie «Vom Dogonland-Land nach Bamako» hat Christine Mansfeld die koloniale Geschichte Malis, Migration, Globalisierungselemente und HIV/Aids als kulturelle Ereignisse betrachtet, die in den Gesprächen mit Mädchen und über Mädchen bedeutungsvolle Spuren zeigten und dazu führen können, dass sich in der trans¬kulturellen Kommunikation Gespächsblockaden aufbauen. Hierzu entwickelte sie die Deutungshypothese der «Artikulationsgrenze».
Mit dieser Form des Verstehens werden Diskurspraxen beschrieben, die sich im Kontext gesellschaftlicher Verwerfungen herausbilden, weil sich Familienbindungen und soziale Netze verändern und zunehmend auflösen. Der Begriff Diskurspraxis wird in Bezug auf Stuart Hall benutzt und bezieht sich sowohl auf Handlungspraxen als auch auf Sprechweisen.
In ihrem Vortrag wird Christine Mansfeld diese Deutungshypothese anhand von Beispielen aus ihrem Dokumentarfilmprojekt über Präventionsmaßnahmen zu HIV/Aids vorstellen und diskutieren.
Christine Mansfeld, Dr. phil., arbeitete als Beraterin für ländliche Entwicklung in Ruanda, später in Deutschland. Feldforschungen machte sie in Mali. Seit 2005 arbeitet sie als Beraterin für Öffentlichkeitsarbeit im Bereich HIV/Aids. Zusammen mit einem äthiopischen Filmteam produzierte sie drei Kurzfilme zum Thema Jugend und HIV/Aids in Äthiopien.