TAT/ORT. Der Raum des Unheimlichen im Kino

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Das Unheimliche wörtlich nehmen heisst, es als Raum zu verstehen. Wie Freud gezeigt hat, steckt im Unheimlichen bereits das Heim, der vertraute Ort, der einen unvermittelt fremd geworden ist. Derart schwankend zwischen den Gegensätzen inszeniert der Raum des Unheimlichen die Vereinigung des Unvereinbaren: Innen und Aussen, Real und Imaginär, Ausgedehnt und Flach werdenununterscheidbar.Das Kino, welches zwar dreidimensionale Räume filmt, diese aber nur als flache Bilder wiedergeben kann, hat seit jeher ein besonders inniges Verhältnis zum Unheimlichen gehabt. Diesem Verhältnis soll mit verschiedenen Filmausschnitten nachgespürt werden und damit auch dem unheimlichen Verhältnis zwischen Psychoanalyse und Film.Johannes Binotto, geboren 1977, ist freier Filmpublizist u.a. für die NZZ und das Filmbulletin. Momentan schreibt er an einer Studie über den Raum des Unheimlichen in den Medien. Er leitet ausserdem seit einigen Jahren einen Kurs zum Thema «Film & Psychoanalyse» am Zürcher Lacan-Seminar.