Das Eine tun und das Andere nicht lassen – Psychoanalyse und Gesundheitswesen

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Psychoanalyse und Gesundheitswesen erscheinen auf den ersten Blick als zwei Felder, die nicht oder zumindest kaum miteinander zu vereinen sind. Auf der einen Seite ein hoch komplexes, interaktives Geschehen zwischen Analysand/in und Psychoanalytiker/in, welches in einem vorgegebenen Setting, aber in weiten Zeithorizonten der Rahmen darstellt, um individuelles Erleben des Analysanden/der Analysandin zu verstehen und mit dem Ziel des Autonomiegewinns zu verändern. Auf der anderen Seite ein hoch reglementiertes gesellschafts- und machtpolitisch bestimmtes Feld, welches klare Rahmenvorgaben gibt und kleinschrittig vorgibt, wie Heilprozesse unterstützt und realisiert werden sollen. Inwiefern diese beiden Felder trotzdem aufeinander bezogen werden können, ist Ziel der Ausführungen in diesem Referat.Anhand und in Abhängigkeit der aktuellen Entwicklungen versuche ich Chancen und Risiken der Psychoanalyse im schweizerischen Gesundheitswesen darzustellen. In einem weiteren Schritt soll ein möglicher Platz der Psychoanalyse in der Gesundheitsversorgung definiert werden.
Thomas Merki: Psychoanalytiker und Psychotherapeut in eigener Praxis in Zürich. Mitglied des PSZ. Präsident des Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten Verbandes SPV.