Als Patientin bei Freud 1921 - aus einem unbekannten Tagebuch

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Wir kennen die Tagebücher von Hilda Doolittle, Joseph Wortis, Abram Kardiner und Ernst Blum und diversen anderen brühmten Analysanden und Analysandinnen von Freud. Diese Tagebücher wurden zum Teil viele Jahre nach der abgeschlossenen Analyse geschrieben, sozusagen aus der Erinnerung. Mein Vortrag bezieht sich auf ein Tagebuch, das sich von den erwähnten durch seine Direktheit unterscheidet: Die Analysandin notierte in unregelmässigen Abständen jeweils nach den Stunden ihre Assoziationen und wie Freud damit umgegangen ist bzw. wie sie auf seine Interventionen reagiert hat. Soweit mir bekannt ist, ist dies das erste derartige Dokument. In meinem Vortrag werde ich erklären, wie ich zum Tagebuch gekommen bin. Ich werde daraus einige Vignetten vorlesen und auf der Grundlage dieser Vignetten meine Gedanken zu Freuds Arbeitsweise zur Diskussion stellen. Im Besonderen interessiert mich die Frage: wie hat Freud mit der Übertragung gearbeitet?Anna Koellreuter: Psychoanalytikerin und klinische Psychologin in eigener Praxis in Zürich. Mitglied des PSZ. Publikationen zur Frau-Frau-Analyse, zur Analytikerin im Analyseprozess und zur Triebdynamik in der Analyse.