Spekulative Chirurgie: Zur Psychosomatik einer Krebserkrankung und deren Therapie

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Erörtert wird eine mögliche psychosomatische Ätiologie – neben der anatomisch-physiologischen – eines Speiseröhrenkrebses (Adenokarzinom) in einem Barrett-Öpsophagus (= deplazierte Auskleidung der Speiseröhre mit Magenschleimhaut) sowie dessen Operation: Speiseröhrenentfernung und Magenhochzug als Speiseröhrenersatz.Als Inbegriff der psychosomatischen Verursachung dieses Krebses erweist sich die pathogene, das Vermittlungsorgan Speiseröhre letztlich zerstörende Begier, Mund und Magen, im Sinne von somatisch verschobener Sucht («orale Gier»), miteinander kurzzuschliessen; wie ja alle Pathologie auf solche Vermittlungsprivation zurückgeführt werden kann. Paradoxerweise erscheint dann die Therapie, der grosse chirurgische Eingriff, wie eine quasi homöopathische symptombedienende Wunscherfüllung im nachhinein: Wenngleich auf die Länge des zur organisch-künstlichen Speiseröhre teilumgeformten hochgezogenen Magens, kompromisuell demnach, schliessen Magen und Mund endlich derart miteinander kurz!Rudolf Heinz: Universitäts-Prof. für Philosophie i. R. psychoanalytische Ausbildung, langjährige psychiatrische Tätigkeit vorwiegend in Supervision. Publikationen im Bereich von Philosophie und Psychopathologie.