Die Dekonstruktion der sexuellen Normalität in den «Drei Abhandlungen»

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Nachgehen werde ich in meinem Vortrag Freuds Dekonstruktion der sexuellen Normalitätsvorstellungen, wobei ich mich vor allem auf die Abhandlung über die «sexuellen Abirrungen» konzentrieren werde. Beschäftigen werde ich mich folglich vor allem mit den Phänomenen männliche Homosexualität und Perversion und deren Bedeutung für das sexuell Normale. Während das sexuell Normale sich in der ersten Abhandlung bis zur Unkenntlichkeit verflüchtigt, kehrt es in den beiden anderen Abhandlungen gleichsam in entwicklungspsychologischer Gestalt wieder zurück, was zu einer bis heute in der Psychoanalyse nicht abgetragenen Ambivalenz gegenüber den nicht als normal angesehenen Sexualitäten führte. Martin Dannecker arbeitete bis Ende des vergangenen Jahres als Professor für Sexualwissenschaft an der Universität Frankfurt. Er ist Autor zahlreicher Publikationen und Mitherausgeber der «Zeitschrift für Sexualwissenschaft» und der «Beiträge zur Sexualforschung».