Kurs 15

Sind Neurosen natürliche Arten?

Beginn 12. April 2014 10:00
Samstag 12.4.2014, 10.00 - 16.00 Uhr

① Metapsychologie
② Psychoanalytische Krankheitslehre
⑤ Gesellschafts-, Kultur- und Wissenschaftstheorie

Dozenten

Informationen

In unserem Seminar werden wir zunächst Ian Hackings Konzept der hu-man kinds (vs. natural kinds) in Hinsicht auf Krankheits-Taxonomien im Allgemeinen darstellen und diskutieren. Ergänzend beschäftigen wir uns mit Jerome Wakefileds Artikel über den «Begriff der psychischen Stö-rung». Anschliessend schauen wir, was sich daraus für die psychoanaly-tische Krankheitslehre lernen lässt, indem wir untersuchen, wie Freud die Entität «Neurose» aus der Neurologie herauslöst und sie psychologi-siert. Und schliesslich beschäftigt uns die Frage, welche Vorteile es brin-gen mag, Neurosen als human statt als natural kinds aufzufassen.
Vorausgesetzt wird die gründliche Lektüre der unten angegebenen Texte und die Bereitschaft sie kurz für die Diskussion zu rekapitulieren.

Hacking, I. (2012). Menschenarten. The looping effect of human kinds. Zürich 2012
Wakefiled, J. C. (2012). «Der Begriff der psychischen Störung: An der Grenze zwischen biologischen Tatsachen und gesellschaftlichen Werten». In: Schramme, Th. (Hg.): Krankheitstheorien. Berlin: Suhrkamp TB.
Freud, S. (1896). Weitere Bemerkungen über die Abwehr-Neuropsychosen: I. die spezifische Ätiologie der Hysterie und II. Wesen und Mecha-nismus der Zwangsneurose; GW I, 379–392
Freud, S. (1910). Die zukünftigen Chance der psychoanalytischen The-rapie. GW VIII, 103–115. St.A. Erg. Bd. 121–132
Freud, S. (1916–17). Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. 23. Vorlesung: Die Wege der Symptombildung. GW XI, 372–391. St.A. Bd. I, 350–366