Kurs 3

Trennung, Verlust und Fantasma – der Ödipus in der Klinik bei Freud und Lacan.

Beginn 7. April 2014 20:30
Montag 14-täglich

① Metapsychologie
② Psychoanalytische Krankheitslehre
③ Klinische Ausbildung

Dozenten

Informationen

Der Ödipuskomplex und seine Bewältigung sind grundlegend für das Verständnis und die Ausrichtung der psychoanalytischen Arbeit seit Freud. Dabei steht die Trennung, der Verlust des inzestuösen, mütterlichen Objekts im Zentrum, ein Prozess, in welchem die Rolle des Vaters wesentlich ist. Während sich in der weiteren Entwicklung der Psychoanalyse der Fokus in Theorie und Praxis zusehends in Richtung der präödipalen Störungen und der Bedeutung der Mutter verschob, blieb für Lacan der Verlust und die Vaterfunktion zentral. Ausgehend von der Freudschen Konzeption wollen wir anhand der Begriffe Trennung, Verlust und Fantasma, einer Lesart Lacans nachgehen, mit denen er wesentliche Aspekte des Ödipuskomplexes zu fassen versucht. Dabei geht er davon aus, dass die Trennung, das «Verlieren-Können» des unerreichbaren Objekts einen Mangel entstehen lässt, der eine wesentliche Rolle spielt in der Konstituierung des Subjekts und zugleich zur Ursache seines Begehrens wird. Das Fantasma wiederum hat damit zu tun, dass das neurotische Subjekt ein Stück dieses verlorenen Objekts, dieser Einheit behalten möchte: es ist Ausdruck seiner individuellen Bewältigung des Ödipuskomplexes, seiner Form der Aufrechterhaltung der Befriedigung, nicht zuletzt in den Symptomen, die das Subjekt entwickelt.

Wir arbeiten mit eigenen klinischen Fällen sowie Texten von Freud, Lacan und Bruce Fink.
Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt.
Den Text für den ersten Abend erhalten die TeilnehmerInnen nach ihrer Anmeldung zwei Wochen vor Kursbeginn.