Kurs 08

Grenzfälle der psychoanalytischen Praxis - aus der Sicht der französischen Psychoanalyse

Beginn 29. April 2020 20:30
Mittwoch DIESER KURS FINDET IM WINTERSEMESTER 20/21 STATT.

① Metapsychologie
② Psychoanalytische Krankheitslehre

Dozenten

Informationen

Wir setzen unsere Auseinandersetzung mit der Thematik der „Grenzfälle“ fort.
In der Literatur begegnen wir den „Grenzfällen“ unter verschiedenen Bezeichnungen: nicht-neurotische Störungen, frühe Störungen, narzisstisch-identitäre Störungen, Borderline-Störungen, etc.
Im Zentrum der Problematik dieser Patient*innen steht ein gescheiterter Subjektivierungsprozess. Die Ich-Struktur ist fragil, die Grenzen zwischen Innen und Aussen, zwischen Subjekt und Objekt gehen verloren. Die Betroffenen leiden unter schweren Ängsten und neigen zum Agieren: Was symbolisch nicht repräsentiert ist, kehrt auf der Handlungsebene wieder. Statt auf psychische Konflikte treffen wir auf Dilemmata und paradoxe Konstellationen. Die Abwehr zentriert sich um die Spaltung und die Übertragung beruht weniger auf Verschiebung als auf Wiederholung durch Umkehrung. In der Gegenübertragung kommen wir mit den traumatischen Erfahrungen in Berührung, gegen die sich die Betroffenen organisieren mussten.
Mit Hilfe ausgewählter Texte der zeitgenössischen französischen Psychoanalyse wollen wir zum Verständnis dieses Störungsbildes beitragen und die Schwierigkeiten bei der Arbeit mit diesen Patient*innen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Inputreferate werden von den Teilnehmenden vorbereitet und dienen als Grundlage für die einzelnen Kursabende.