Kurs 8

Psychopharmakotherapie und Psychoanalyse

Beginn 2. November 2010 12:00
20.30 Uhr, 14-täglich

Informationen

Obwohl wir in unseren Behandlungen häufig nicht auf die Unterstützung von psychoaktiven Substanzen verzichten können, wollen oder sollen, wird dieses Dritte in der Psychoanalyse wenig reflektiert. Psycho­pharmaka haben unter psychoanalytisch Arbeitenden – möglicherweise zu Recht – keinen besonders guten Ruf. Dass der klinische Einsatz von Medikamenten über alle Massen ökonomisiert ist und in unserem Arbeitsbereich oft verleugnet wird, hängt aber vielleicht gerade mit dem Unwillen vieler zusammen, sich offen und kritisch mit der Materie zu befassen.
In eine andere Ökonomie setzte S. Freud seine Hoffnungen, als er schrieb: «Die Zukunft mag uns lehren, mit besonderen chemischen Stoffen die Energiemengen und deren Verteilungen im seelischen Apparat direkt zu beeinflussen. Vielleicht ergeben sich noch ungeahnte Möglichkeiten der Therapie; vorläufig steht uns nichts besseres zu Gebote als die psychoanalytische Technik und darum sollte man sie trotz ihrer Beschränkungen nicht verachten.» (GW XVII, 108)
Angeregt durch kurze Referate werden wir verschiedene Themen diskutieren und Erfahrungen austauschen.
Ob es uns gelingt, die Psychopharmakotherapie, trotz ihrer Beschränkungen, nicht zu verachten?
Empfohlene Literatur:
Moncrieff, J. (2009): The Myth of the Chemical Cure: A Critique of Psychiatric Drug Treatment. Palgrave Macmillan.
Das Seminar ist für alle Interessierten offen und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Auskünfte: Walter Heuberger
walter.heuberger@klinikschuetzen.ch

Kurskosten: Fr. 120.–