Kurs 12

Träume(n) lassen. Träume und ihr (Über-)Schuss.

Beginn 4. April 2019 20:30
Donnerstag 14-täglich

① Metapsychologie
③ Klinische Ausbildung
⑤ Gesellschafts-, Kultur- und Wissenschaftstheorie

Dozenten

Informationen

In der Traumdeutung beschreibt Freud im 7. Kapitel, wie sich der Wunsch von der Befriedigung löst. Damit markiert er nicht nur für den Traum – für das psychische Geschehen überhaupt – ein Verhältnis zur Wirklichkeit, das eine Unerfüllbarkeit in sich trägt. So wird die Deutung eines Traumes wohl kaum zu einer Eindeutigkeit führen können. Selbst wenn das Kind im Traum “alle Kirschen aufgegessen” hat, dann ist das erst der Anfang. Man kann den Traum nicht austrinken, er ist immer noch mehr, man wird in ihm taumeln, was zum Genuss, aber auch zum Schrecken werden kann.
Unter diesem Vorzeichen werden wir auch die klassischen "Setzungen" der Traumdeutung anschauen. Wie sieht es angesichts solcher Unerfüllbarkeit beispielsweise mit dem Diktum aus, dass jeder Traum eine Wunscherfüllung sei? Was bedeutet das Deuten von Träumen, wenn schon der „eigentliche“ Wunsch ein entstellter ist? So kann das Deuten von Träumen vielleicht Ver-ständnis schaffen für eine Unverständlichkeit, die man ihnen nicht vorwerfen muss, die vielmehr Potential hat.
Wir werden diesen Fragen natürlich anhand von Träumen, aber auch von Texten und anderen kulturellen Produktionen und ihrem immer auch traum-haften Charakter nachgehen.
Zu diesem Thema wird es eine Kollaboration mit dem Theater am Neumarkt unter dem neuen Dreier-Direktorium – Hayat Erdogan, Tine Milz und Julia Reichert – geben, die ab Herbst 2019 die Leitung des Hauses übernehmen werden. Das Seminar wird auch Vorbereitung für diese Zusammenarbeit sein.

Arbeitsweise: Arbeit mit Träumen, Studium von Texten und Diskussionen