Kurs 12

Die intersubjektive Perspektive oder die Suche nach der Subjektivität des Individuums

Beginn 22. April 2016 14:00
Freitag Einführungsabend Dienstag, 12. April, 20.30h, danach jeweils Freitagnachmittag - siehe Anmeldeinformationen

① Metapsychologie
③ Klinische Ausbildung

Dozenten

Informationen

In der in den USA stark vertretenen Intersubjektivitäts-Theorie wird, im Gegensatz zur klassischen intrapsychisch verstandenen Subjekt-Objekt-Beziehung, die analytische Situation als Subjekt-Subjekt-Beziehung begriffen. Begriffe wie die „intersubjektive Begegnung“ oder „wechselseitige Anerkennung“ stehen im Zentrum. Es wird nicht mehr vom Widerstand, sondern von der intersubjektiven Blockade gesprochen. Es handelt sich nicht mehr um Übertragung und Gegenübertragung, sondern um eine Begegnung und gegenseitige Anerkennung. Was bedeutet das aber für die individuelle Geschichte des Subjekts und deren Repräsentanz im Heute? In Sophokles’ Mythos von Ödipus nämlich stellen sich für Ödipus an der berühmten Wegkreuzung Schuld und Sühne im gleichen Moment ein. Als er den alten Mann, seinen ihm unbekannten Vater, niederschlägt, sühnt er als Sohn dessen Schuld und macht sich gleichzeitig zum Schuldigen. Die intrapsychische Entwicklung trifft auf die intersubjektive Matrix (Stern). Das Seminar beleuchtet den intersubjektiven Ansatz in Europa, auf der Suche nach der Verbindung von intersubjektivem und intrapsychischem Gesche-hen in der analytischen Situation.
Der Kurs erfordert aktive Mitarbeit. Die verwendete Literatur kann auf der Homepage heruntergeladen werden. Das Seminar ist auf 12 Tn begrenzt.