Kurs 11

Vor allen Dingen. The Making of: das Ding.

Beginn 14. April 2016 20:30
Donnerstag 14-täglich

① Metapsychologie
③ Klinische Ausbildung
⑤ Gesellschafts-, Kultur- und Wissenschaftstheorie

Dozenten

Informationen

Der Fetisch hat der Psychoanalyse gezeigt, dass die Dinge nicht einfach Dinge sind. Sie üben eine Faszination, einen Zauber aus, der nicht nur für den Einzelnen – gar Perversen – gilt, sondern uns alle in seinen Bann zie-hen kann. Sie sind Produkte eines unbewussten, triebhaften Geschehens, das den Dingen nicht äusserlich bleibt.
So sind Dinge zentral bei vielen, vielleicht bei den meisten Symptomen: in der Phobie, in der Anorexie, aber auch bei den Selbstverletzungen vieler Patientinnen und Patienten. Deshalb wird uns ganz konkret und praktisch das Verhältnis von Ding und Symptom interessieren, seine Bedeutung und der Umgang damit.
Wir werden auch die Hypnose streifen, aus der die Psychoanalyse ja entstanden ist. Sie ist nach Derrida ein Phänomen, bei der sich „das Ding unausgesetzt entzieht“. Damit erinnert sie nicht nur an Melvilles Bartleby und sein I would prefer not to, sondern auch an die Psychoanalyse. Das Buch von Fritz Morgenthaler Technik. Zur Dialektik der psychoanalytischen Praxis handelt genau davon.
Die Dinge und die Psychoanalyse erzählen also vom Zauber, aus dem sie gemacht sind und in den sie uns versetzen. Von einer Faszination, die man ihnen und damit auch den Symptomen und damit auch der Psychoanalyse nicht austreiben sollte.
Texte und Fallbeispiele sollen uns dem Thema näher bringen.