Kurs 03

Die Bedeutung der Initialszene

Beginn 28. Oktober 2013 20:30
Montag 20.30 Uhr*, 14-täglich

③ Klinische Ausbildung
④ Theorie und Praxis spezifischer Behandlungssituationen

Dozenten

Sonja Wuhrmann
Manfred Vandewall

Informationen

Wir blicken auf den Beginn einer Sitzung. Denn jeder Anfang enthält unbewusst Bedeutsames, das in Szene gesetzt wird und dessen Sinn entschlüsselt werden kann.
Hermann Argelander (1970) geht davon aus, dass in der Initialszene eines Erstgesprächs der abgewehrte Grundkonflikt bereits enthalten ist. Alfred Lorenzer (1983) versteht die analytische Situation als das Zu-sammenspiel von AnalysandIn und AnalytikerIn, in der eine Szene rekonstruiert wird, die Unverständliches beinhaltet und erst durch die Teilnahme beider am inszenierten Spiel verständlich und benennbar wird. Das szenische Verstehen bezeichnet er als die «via regia» zum Unbewussten.
Um die Eingangsszene interpretieren und eine Hypothese über das aktuell Abgewehrte bilden zu können, wird die Methode der Gruppenanalytischen Fallrekonstruktion angewendet, welche die Sequenzanalyse nach Lorenzer und die Affektprotokollanalyse verbindet. Die Methode eignet sich besonders auch dann, wenn der therapeutische Prozess stagniert oder wenn das Verstehen des Therapeuten/der Therapeutin durch äussere oder innere Umstände blockiert ist.
Die Teilnehmenden des Seminars bilden eine Rekonstruktionsgruppe, welche ein Protokoll bearbeitet. Dabei ermöglicht die Sequenzanalyse den Weg zum Unbewussten über den Text, und die Affektprotokollanalyse erschliesst den Zugang zum Abgewehrten durch Gegenübertragungsreaktionen in der Gruppe.
Das Seminar richtet sich an InteressentInnen, die bereit sind, ein schriftliches Stundenprotokoll einer Einzel- oder einer Gruppensitzung zur Verfügung zu stellen. Die Gruppe umfasst maximal neun Teilnehmende.

*28.10. von 20.30 bis 22.10 Uhr, danach jeweils von 20.15 bis 22.30 Uhr