Kurs 14

Der Hammerschlag- oder Apollwunsch

Beginn 8. April 2015 20:30
Mittwoch 14-täglich

① Metapsychologie
② Psychoanalytische Krankheitslehre
③ Klinische Ausbildung

Dozenten

Informationen

Judith Le Soldat beschreibt einen der klassischen Freud’schen Theorie unbekannten Wunsch, der sich regelmässig am Schluss der ödipalen Phase bildet, nach dem Untergang des Ödipuskomplexes. Der ursprüng-liche Triebwunsch der ödipalen Phase ist durch die Kastrationsangst blockiert, die passive Triebbefriedigung unmöglich geworden.
Unter den Augen des sich entwickelnden Über-Ichs setzen sich die bis-herigen ödipalen Inhalte – Raub, Verrat und Mord – auf überraschende Weise neu zusammen. Die unbefriedigten passiv-genitalen Bedürfnisse der ödipalen Phase schliessen sich mit dem Strafbedürfnis zusammen und erzeugen den Hammerschlagwunsch, den Wunsch, Aggression zu erleiden.
Die Unterhaltungsindustrie bedient diesen Wunsch. Mittels Identifika¬tion mit den Protagonisten von Büchern und Filmen erleben wir in der Fantasie, was wir in Realität nicht aushalten würden oder gar daran zu¬grunde gingen.
Die meisten Filme handeln in der einen oder andern Variante vom Apollwunsch. Wir werden Stanley Kubrick’s «Eyes Wide Shut» (1999) genau studieren. Er zeigt differenziert die einzelnen Aspekte und Hin-dernisse dieses Wunsches und auch, welch grosse Rolle er in unserem Beziehungsalltag spielt.
Wir ergänzen das Studium des Hammerschlagwunsches mit der Untersuchung weiterer Filme.

Der Kurs richtet sich an AnfängerInnen wie an erfahrene Psychothera-peutInnen und PädagogInnen.