Kurs 2

Identität und Differenz: das Geschlecht

Beginn 2. April 2007 01:28
20.30 Uhr, 14-täglich

Informationen

Dass gewissen Ansichten Freuds über die weibliche Sexualität in die Rumpelkammer der Geschichte gehören, wird mittlerweile selbst in orthodox psychoanalytischen Kreisen anerkannt. Doch lassen sich diese Ansichten tatsächlich so problemlos vom Grundbestand der Metapsychologie trennen oder folgen diese nicht vielmehr konsequent aus der Art und Weise, wie Freud und die Psychoanalyse nach ihm die Geschlechterdifferenz denkt, namentlich als jene primäre Differenz, auf die alle weiteren zurückgeführt werden können? Fällt mit anderen Worten mit dem Verzicht auf Freuds Sicht auf die weibliche Sexualität nicht notwendigerweise auch das Theorem der Kastration und damit die gesamte Freudsche Sexualtheorie? Und wenn dem so wäre: Liesse sich eine andere Weise denken, wie die Geschlechterdifferenz zu konzeptualisieren ist, die nicht in diese Aporien führt – zum Beispiel eine Vielfalt von Differenzen, die sich weder auf eine einzige, noch auf einen Mangel zurückführen lassen?Diesen Fragen wollen wir in unserem Seminar anhand der Lektüre ein-schlägiger Texte nachgehen. Der Kurs richtet sich insbesondere an Theorie-Interessierte (kein klinisches Seminar). Teilnehmerzahl beschränkt.Wir lesen Texte von Sigmund Freud, Jacques Lacan, Monique Ménard-David, Judith Butler u.a. Der Reader wird auf der Hompage aufgeschaltet.

Achtung! Die Sitzung vom 30.4. wird auf den 7.5. verschoben.Anmeldung: Daniel Strassbergdastrass@swissonline.ch