Kurs 6

«rien ne va plus» – oder doch? Annäherung an affektive Grenzzustände

Beginn 21. Oktober 2014 20:30
Dienstag 14-täglich

① Metapsychologie
② Psychoanalytische Krankheitslehre

Dozenten

Informationen

Im Praxisalltag arbeiten wir heute oft mit sogenannten «heterogenen» Klientinnen und Klienten, «Grenzfällen», wie sie in der französischen Psychoanalyse genannt werden. Neben unserem «klassischen Verständ-nis» einer Psychoneurose sind wir gefordert, uns ein erweitertes Ver-ständnis für dieses archaische psychische Geschehen zu erarbeiten. Denn die oft gefährlichen Zustände von Triebdurchbrüchen, Desorientierung, emotionalen Erstarrungen, in die diese Menschen geraten, prägen das analytische Beziehungsgefüge. Diese Konfrontationen verwickeln uns, fordern uns heraus und drohen in ihrer Destruktivität im analytischen Setting zu entgleisen.
Wie können wir diesen schwierigen «Knotenpunkten», ihrer scheinbaren Unmöglichkeit der psychischen Erfahrung, eine Wende geben in Rich-tung seelischer Veränderung und seelischer Entwicklung? Wieweit sind wir in der Lage, unseren inneren affektiven und intellektuellen Denk-raum immer wieder herzustellen und so den analytischen Prozess auf-recht zu erhalten?
Um diese anspruchsvollen Situationen und Prozesse besser zu verstehen, vertiefen wir unsere begonnene Literaturarbeit mit weiteren Texten von Autoren der «Französischen Psychoanalyse» (André Green, René Rous-sillon und Didier Anzieu), von Marion Milner, John Steiner und Thomas Ogden.

Der Kurs richtet sich an Teilnehmende – auch neue –, die mit dieser Thematik schon etwas vertraut sind oder sich in ihrem Berufsalltag damit beschäftigen. Die detaillierte Literaturliste wird nach Anmeldung zuge-schickt. Inputreferate werden von einzelnen Teilnehmenden vorbereitet.