Kurs 9

«rien ne va plus» – oder doch? Annäherung an affektive Grenzzustände

Beginn 3. April 2013 12:00
20.30 Uhr, 14-täglich

Informationen

Im Praxisalltag arbeiten wir heute oft mit sogenannten «heterogenen» Klientinnen und Klienten, «Grenzfällen», wie sie in der französischen Psycho­analyse bezeichnet werden. Neben unserem «klassischen Verständnis» einer Psychoneurose sind wir gefordert, uns ein erweitertes Verständnis für dieses archaische psychische Geschehen zu erarbeiten. Denn diese oft gefährlichen Zustände von Triebdurchbrüchen, Desorientierung, emotionalen Erstarrungen prägen das analytische Beziehungsgefüge. Diese Konfrontationen verwickeln uns, fordern uns heraus, können aber auch in ihrer Destruktivität im analytischen Setting zu entgleisen drohen.
Wie können wir diesen schwierigen «Knotenpunkten», ihrer scheinbaren Unmöglichkeit der psychischen Erfahrung, eine Wende geben in Richtung seelischer Veränderung und seelischer Entwicklung? Wieweit sind wir in der Lage, unseren inneren affektiven und intellektuellen Denkraum immer wieder herzustellen – und somit auch den analytischen Prozess aufrecht zu erhalten?
In den vergangenen Semestern beschäftigten wir uns mit Texten von Freud, Klein, Rosenfeld, Winnicott, Green und Roussillon. Wir vertiefen nun unsere Literaturarbeit, um diese anspruchsvollen Situationen und Prozesse zu verstehen mit Texten von Autoren der «Französischen Psychoanalyse» (André Green, René Roussillon) und John Steiner, Betty Joseph, Frances Tustin, Thomas Ogden.
Der Kurs richtet sich an Teilnehmende, die mit diesen Grundfragen schon etwas vertraut sind oder sich in ihrem Berufsalltag damit beschäftigen. Die detaillierte Literaturliste wird nach Anmeldung zugeschickt.

Anmeldung: Vreni Schärervschaerer@gmx.net
Kurskosten: Fr. 120.–