Kurs 13

«Eyes Wide Shut» – Angst und Angstneurose Teil II

Beginn 26. Oktober 2005 11:18
20.30 Uhr, 14-täglich

Informationen

Stanley Kubrik hat in seinem letzten grossen Werk über die Angst («Eyes Wide Shut») die Traumnovelle von Arthur Schnitzler zur Grundlage genommen und eine Adaption des irritierenden und interessanten Stoffes gewagt. Ist alles Traum, oder doch äussere Realität? Welche «Realität» hat der Traum? Bei Kubrick, aber auch bei Schnitzler gibt es keine Auflösung dieser Frage. Das Unheimliche bleibt. «… All diese Ordnung, all dies Gleichmass, all diese Sicherheit seines Daseins (hatten) nur Schein und Lüge zu bedeuten.» Arthur Schnitzler (Traumnovelle)Kubrik treibt diese Unsicherheit und Ambivalenz noch auf die Spitze und hebt sich damit wohltuend ab von einem heute wieder aktuellen Zeitgeist, der die Angst nur noch allein als «Trauma», «Posttraumatische Belastungsstörung» oder «Retraumatisierung» durch rein äussere Abläufe sehen will, als ob die Angst sich nicht immer auch vom «Innern» her, als Triebkonflikt und Trieb-Schicksal inszenieren würde.Das Seminar will die erarbeiteten, theoretischen Grundlagen aus dem ersten Teil des Angstseminars (WS 04/05) kasuistisch vertiefen. Dazu dienen einerseits Fallvignetten aus dem Kreis der Kursteilnehmer, sowie Kubriks Film, der in 6–7 Abschnitten in der letzten Dreiviertelstunde des Kursabends gezeigt und diskutiert wird.Der Kurs richtet sich auch an «Anfängerinnen und Anfänger». Anmeldungen von Teilnehmenden, die bereits den ersten Teil dieses Angstseminars (WS 04/05) besucht haben, werden bevorzugt! Die Teilnehmerzahl ist auf 20 beschränkt. Unverzichtbare Basisliteratur für diesen Kurs:– Freud, Sigmund: Das Unheimliche, GW XII, S. 229-268– Loewenberg, Peter (2004): Freud, Schnitzler und Eyes Wide Shut. In: Psyche 12– Raphael, Frederic (1999): Eyes Wide Open, Ullstein– Schnitzler, Arthur (2003): Traumnovelle, Fischer TBAnmeldung:
Hans Peter BernetZähringerstrasse 12, 8001 Zürichbernet.hp@bluewin.chTel: 044 252 60 77