Kurs 1

Forschungskolloquium

Beginn 24. Oktober 2005 07:16
20.30 Uhr, monatlich

Informationen

Der aktuelle politische Druck, unsere Arbeit durch Forschung zu qualifizieren, führt zu einer unwissenschaftlichen Vermischung der Begriffe Wissenschaftlichkeit, Legitimität und Wahrheit. Er macht es uns schwer, «Forschung» aus einer unbefangenen Position her anzugehen: Aus der Position der Neugier und der Lust am Erkenntnisgewinn.
Im Forschungskolloquium versuchen wir, eine Diskussionskultur zu entwickeln, die unabhängig vom aktuellen berufspolitischen Druck die verschiedenen Perspektiven reflektiert, aus denen TeilnehmerInnen des Seminars und an Psychoanalyse Interessierte Forschung betreiben.
Entsprechend vielfältig ist das Programm dieses Semester. Regula Schiess stellt ihre Dissertation «Wie das Leben nach dem Fieber» vor – eine «psychoanalytische oral history» – in dem die Lebensberichte von Gabor und Juca Magos-Gimes aufgearbeitet werden. Als Koreferentin hat sie die Historikerin Elisabeth Joris eingeladen. Lutz Wittmann wird ein qualitativ-quantitatives Forschungsprojekt mit uns diskutieren, das sich mit dem Thema «Was ist Leiden?» beschäftigt. Prof. Michael Hampe setzt sich mit der Frage auseinander, was Psychoanalyse als Technik der Selbsterkenntnis von anderen Erkenntnismethoden unterscheidet und ob der Psychoanalyse vergleichbare Projekte in der Philosophie vorausgegangen sind. Christine Widmer schliesslich wird eine Arbeit aus der psychoanalytischen Interaktionsforschung vorstellen, in welcher der Frage nachgegangen wird, inwiefern eine beobachtende Erforschung interaktiver Prozesse in Psychotherapien zu einer Reflexion von Konzepten aus der psychoanalytischen Theorie der Technik beitragen kann.
Die Veranstaltung findet monatlich statt. *Weitere Daten: 21. November, 19. Dezember 2005, 16. Januar 2006.
Neue TeilnehmerInnen sind willkommen.
Auskünfte und Anmeldung bei:
Christine WidmerFreiestrasse 90, 8032 ZürichTel. 044 250 44 40