Die Frage der Kultur in der Psychoanalyse - ethnopsychoanalytische und postkoloniale Perspektiven auf Theorie und Praxis
- Ort
- PSZ
- Semester
- Wintersemester 2026/27
- Kurs
- Die Frage der Kultur in der Psychoanalyse
- Einheiten
- 21 plus zusätzlicher Punkt für Vorstellung eines Textes
- Lektüre
- wird testiert
- Referent:in
- Elizabeth Högger Klaus
- Bereiche
- 4 Theorie und Praxis spezifischer Behandlungssituationen, 5 Gesellschafts- Kultur und Wissenschaftstheorie, 6-c Kenntnisse von und Auseinandersetzung mit demografischen, sozioökonomischen und kulturellen Kontexten der Klientinnen und Klienten bzw. der Patientinnen und Patienten und ihre Implikationen für die psychotherapeutische Behandlung
Beschreibung
Beschreibung
Die Auseinandersetzung mit Kultur und „Fremdheit“ hat am Psychoanalytischen Seminar Zürich (PSZ) eine lange Tradition. Seit den 1960er Jahren untersuchten Vertreter der Ethnopsychoanalyse – darunter Paul Parin, Goldy Parin-Matthèy und Fritz Morgenthaler – die Möglichkeiten und Grenzen psychoanalytischer Konzepte und Methoden in aussereuropäischen Kontexten. Dabei entwickelten sie innovative Ansätze zur Analyse von Fremdheitserfahrungen, die später von Autoren und Autorinnen wie Mario Erdheim und Maya Nadig weitergeführt wurden. Insbesondere von letzteren wurde die Analyse der Gegenübertragung methodisch ins Zentrum gesetzt.
Parallel dazu haben postkoloniale Theorien die Geistes- und Sozialwissenschaften nachhaltig geprägt. Sie richten den Blick auf die historischen und gegenwärtigen Verflechtungen von Macht, Wissensproduktion und Repräsentation und stellen grundlegende Fragen nach Alterität, Differenz und Subjektivierung. Trotz inhaltlicher Berührungspunkte blieben Ethnopsychoanalyse und postkoloniale Theorie lange Zeit weitgehend voneinander getrennte Diskursfelder – nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Sprachräume.
Das Seminar geht der Frage nach, wie sich ethnopsychoanalytische Konzepte, insbesondere die Methodik der Gegenübertragungsanalyse, mit postkolonialen Perspektiven verbinden lassen und wo die Grenzen der jeweiligen Ansätze sichtbar werden. Die daraus ableitbaren Implikationen für die psychoanalytische Praxis unter den Bedingungen einer postmigrantischen und globalisierten Gegenwart werden erörtert.
Anhand ausgewählter Textlektüren sowie der gemeinsamen Diskussion von Fallvignetten der Teilnehmenden werden klassische Arbeiten der Ethnopsychoanalyse mit zentralen Beiträgen der postkolonialen Theorie in einen produktiven Dialog gebracht. Ziel des Seminars ist es, deren Beiträge für das psychoanalytische Denken und Handeln heute kritisch zu reflektieren.
Dozentin
Elizabeth Högger Klaus
Daten
28.10.2026
11.11.2026
25.11.2026
09.12.2026
13.01.2027
27.01.2027
10.02.2027
Jeweils von 19:30-21:00 Uhr.
Literatur
Ahmed, S. (2000). Strange encounters: Embodied others in post-coloniality. Routledge.
Erdheim, M. (1992). Das Eigene und das Fremde: Über ethnische Identität. Psyche: Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen, 46(8), 730–744.
Nadig, M. (2006). Das Konzept des Raumes in der transkulturellen Psychiatrie. In E. Wohlfahrt & H. Zaumseil (Hrsg.), Transkulturelle Psychiatrie: Interkulturelle Psychotherapie (S. 67–79). Springer.
Spivak, G. C. (1983/1988/1994). Can the subaltern speak? In P. Williams & L. Chrisman (Hrsg.), Colonial discourse and post‑colonial theory: A reader (S. 66–111). Harvester Wheatsheaf.
Testierung
Bei vollständiger Kursteilnahme werden 21 Einheiten plus zusätzliche Punkte für die Vorstellung von Texten attestiert.
Kosten
CHF 650.- für Externe
CHF 250.- für PSZ Mitglieder
CHF 125.- für PSZ Studierende
Um den Kurs zu buchen, müssen Sie sich anmelden oder einen Benutzeraccount erstellen.
Stornierungen können kostenlos bis zum 31.03.26 vorgenommen werden. Nach diesem Datum sind Anmeldungen verpflichtend und die Kursgebühren geschuldet.

