Zum Hauptinhalt springen

Nachrufe

Franziska Lang 1950–2009

Sonja Wuhrmann
Nachruf
Franziska Lang (1960–2009) Sonja Wuhrmann (Zürich) Franziska Lang war eine engagierte Teilnehmerin am Psychoanalytischen Seminar und Autorin des Journals. Ihr vordringliches Interesse galt dabei einer Nische in der Psychoanalyse, der Psychodynamischen Organisationsberatung. Dem Unbewussten in Organisationen Raum zu geben, psychoanalytisches Denken in Arbeitszusammenhänge hineinzutragen war ihre Passion. Sie wollte aber auch bei den EinzelanalytikerInnen die Neugier für Organisationen wecken und verwirk- lichte hierzu im Wintersemester 2005/06 den Zyklus «Psychoanalyse – Organisation – Beratung», zusammen mit Andreas Sidler. Im Anschluss daran zeichnete sie ausserdem als Mitherausgeberin für das Buch verantwortlich, das ausgehend von den Vorträgen entstanden war. Aufgefallen ist mir Franziska insbesondere an einem Samstags-Forum des PSZ zur Anerkennungsfrage der Weiterbildung. Sie nahm als Beobachterin daran teil und beeindruckte mich mit ihrer klaren und doch vorsichtigen Art der Interpretation des Geschehens. Weder pathologisierend noch belehrend lenkte sie die Aufmerksamkeit auf das Unbewusste der Institution, öffnete damit einen Denkraum, und der Funke sprang über. Denn bei den Teilnehmenden löste diese Haltung Neugier aus und die Lust, sich mit dem, was unbewusst, aber bestimmend auf das PSZ einwirkt, auseinanderzusetzen. Zum 30-jährigen Jubiläum des PSZ war Franziska dann federführend bei der Umsetzung der Institutionsanalyse. Wie die Bewegung eines Mobiles, bei der ein Teil den anderen ins Schwingen bringt, bis alle Teile mitschwingen, so habe ich Franziskas Interpretationen damals erlebt. Sie gab den Anstoss für eine Bewegung, die der Institution PSZ ein Stück aktiver Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte ermöglichte. Franziska ist es damit gelungen, ihre zwei Welten, Organisation und Psychoanalyse, zusammenzubringen. Als sie von Ihrer Krankheit erfuhr und die Beratungstätigkeit aufgeben musste, begann sie, an einer Publikation zu schreiben, an der sie bis kurz vor ihrem Tod arbeitete. Was sie sich erhoffte, hat sie so umschrie- ben: «Natürlich schwebt mir vor, dass die vorgestellten Inhalte dieser Publikation sich in der einen oder anderen Beratung konkret auswirken und möglicherweise leichte, vielleicht massive,Veränderungen in die Dynamik des Prozesses bringen». Die Publikation konnte sie nicht ganz zu Ende schreiben, aber was ihr vorschwebte, hat sie uns an jenem Samstag damals vorgelebt. © 2020, die Autor_innen. Dieser Artikel darf im Rahmen der „Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International“ Lizenz ( CC BY-NC-ND 4.0 ) weiter verbreitet werden. DOI 10.18754/jfp.51.24 Nachrufe