Für Psychologen und Psychologinnen: psychoanalytische Psychotherapie für Erwachsene

Weiterbildung FÜR PSYCHOLOGEN UND PSYCHOLOGINNEN IN PSYCHOANALYTISCHER PSYCHOTHERAPIE FÜR ERWACHSENE

Im Mittelpunkt der Weiterbildung am PSZ steht die Vermittlung von Wissen und Können. Integrale Bestandteile und Bedingung für den Abschluss der Weiterbildung sind gleichermassen die Selbsterfahrung, eigene psychotherapeutische Tätigkeit, Supervision sowie die Aneignung klinischer Praxis, die die Teilnehmenden in Weiterbildung selbst organisieren.

Die theoretische Weiterbildung gliedert sich in verschiedene inhaltliche Bereiche. Eine Übersicht finden Sie in der Tabelle des Flyers. Die Gesamtstundenzahl beträgt 500 Einheiten. Mindestens 400 sind gemäss der unten aufgeführten Bereiche zu belegen, 100 Einheiten sind frei wählbar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Qualitätsstandards des Bundesgesetzes über die Psychologieberufe den Nachweis sogenannt «generischen», die Fächer übergreifenden Wissens verlangt.

Zentrale Elemente der Weiterbildung sind zudem:

→ die eigene Psychoanalyse (mindestens 300 Stunden — vor Beginn der Weiterbildung begonnene Analysen werden bis zu maximal 150 Stunden angerechnet). Empfohlen wird eine Analyse zu drei bis vier Stunden wöchentlich.

→ zwei Jahre klinische Tätigkeit zu 100% in einer Einrichtung der psychosozialen Versorgung, mindestens ein Jahr davon in einer Einrichtung der ambulanten oder stationären psychotherapeutisch-psychiatrischen Versorgung

→ 250 Stunden Supervision, davon mindestens 150 Einzelsupervision

→ 500 Stunden eigene klinische Tätigkeit unter Supervision

Das Curriculum kann im Rahmen der vorgegebenen Struktur individuell aus dem laufenden Semesterprogramm zusammengestellt werden. Semesterprogramm und Weiterbildungskonzept sind beim Sekretariat erhältlich oder auf der Homepage (Link) einsehbar.
Die Weiterbildung beginnt mit dem Eintrittsgespräch. Im Verlauf des Curriculums dokumentieren die Studierenden die besuchten Kurse und stellen in zwei Portfolios ihren Lernprozess dar. Die dazugehörenden Standortgespräche dienen der Reflexion und weiteren Planung der Weiterbildung. In einem Abschlusskolloquium stellen die Weiterbildungs-Teilnehmenden eine Falldarstellung zur Diskussion.
Die Weiterbildung des PSZ ist vom Bund und den Fachverbänden anerkannt und führt zum Titel „eidgenössisch anerkannter Psychotherapeut“, „eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin“.


WEITERBILDUNGSPROGRAMM

Selbsterfahrung und Selbststudium

  • Eigene Freudsche Analyse (empfohlen sind 3-4 Wochenstunden)
  • Supervision
  • Intervision
  • Eigenes Literaturstudium

METAPSYCHOLOGIE

10 Kurse

  • Konzepte des Unbewussten
  • Triebtheorie
  • Strukturtheorie
  • Abwehrlehre
  • Psychoanalytische Entwicklungstheorien
  • Traumtheorie

Psychoanalytische Krankheitslehre

6 Kurse

  • Neurosen
  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychoanalytische Diagnostik, Vergleich mit anderen Methoden
  • Psychosomatik

Klinische Ausbildung

11 Kurse

  • Grundlagen der Technik
  • Indikationsseminar und Erstgespräch
  • Kasuistik für Anfänger
  • Interviewkurs
  • Kasuistik für Fortgeschrittene
  • Abklärungsstelle
  • Technisches Seminar inkl. spezielle Fragen der Technik

Theorie und Praxis spezifischer Behandlungssituationen

4 Kurse

  • Arbeit in veränderten Settings: z.B. bei Psychosen, Traumatisierungen, Migrationskonflikten, Suchtproblematik
  • Institutionelle Parameter: z.B. in Kliniken, Beratungsstellen, bei delegierter Psychotherapie und Krankenkasse
  • Psychoanalytische Kurztherapie, Paar- und Familientherapie
  • Psychoanalytische Arbeit mit Gruppen

Gesellschafts-, Kultur- und Wissenschaftstheorie

2 Kurse

  • Geschichte der Psychoanalyse
  • Psychoanalytische Ethik
  • Psychoanalyse und Gesellschaft
  • Psychoanalyse als Erkenntnistheorie

Generisches Wissen

- Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit, den Möglichkeiten und Grenzen der vermittelten Therapiemodelle und ihrer Methoden

- Vermittlung grundlegender Kenntnisse anderer psychotherapeutischer Ansätze und Methoden

- Erkenntnisse der Psychotherapieforschung und ihre Implikationen für die Praxis

- Vermittlung grundlegender Kenntnisse über und Auseinandersetzung mit Besonderheiten der Psychotherapie mit verschiedenen Altersgruppen

- Vermittlung von Kenntnissen von und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen demografischen, sozioökonomischen und kulturellen Kontexten der Klientel bzw. der Patientinnen

- Auseinandersetzung mit der Berufsethik und den Berufspflichten

- Kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen und ethischen Fragen im Zusammenhang mit der Psychotherapie

- Vermittlung von Grundkenntnissen über das Rechts-, Sozial- und Gesundheitswesen und seine Institutionen

Rekursmöglichkeiten für Teilnehmende in Weiterbildung

Erste Entscheidungsinstanz für die Teilnehmenden in Weiterbildung ist die Weiterbildungskommission des PSZ. Sind die Teilnehmenden mit einem Entscheid der Weiterbildungskommission nicht einverstanden, können sie Rekurs einlegen.

Über Beschwerden der Teilnehmenden in Weiterbildung am PSZ entscheidet als unabhängige und unparteiische Beschwerdeinstanz nach PsyG die Beschwerdekommission, die gemeinsam mit den psychoanalytischen Weiterbildungsinstituten AZPP (Ausbildungszentrum für Psychoanalytische Psychotherapie Basel), KJF (Weiterbildungsinstitut für Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie Luzern) und FIZ (Freud-Institut Zürich) per 01.07.2016 eingesetzt wurde (vgl. Reglement der Vernetzungsgruppe über die Beschwerdeinstanz).

Adresse:

Beschwerdekommission der Vernetzungsgruppe

AZPP, FIZ, KJF und PSZ

Postfach 2409

8021 Zürich 1



Mitglieder der Beschwerdekommission: Ruth Wallimann (Präsidentin/Juristin), Katrin Braune-Krickau (KJF), Christian Begemann (KJF), Ingrid Flury-Specht (FIZ), Nadja Händel (AZPP), Sabina Kunz (PSZ), Thomas Kurz (PSZ), Dagmar Nölchen (AZPP), Esther Schoellkopf Steiger (FIZ)