Preisträger 2009

The Missing Link ging 2009 an den Wiener Künstler Gregor Schmoll für seine Arbeit Vexations.

Vor der Preisverleihung fand ein interdisziplinäres Symposium zu Architektur und Psychoanalyse statt. Es begann mit einer Besichtigung des Schulhaus Leutschenbach, das von dem Zürcher Architekten Christian Kerez gebaut wurde.

Als besonderes Ereignis fand zur Preisverleihung 2009 ein

Symposium zu Psychoanalyse und Architektur zum Thema Transparenz und Intimität statt, das von der Zeitschrift für Architektur HOCHPARTERRE und dem PSZ gemeinsam veranstaltet wurde. Architektur und Psychoanalyse sind zwei Disziplinen, die zwar viele Berührungs- und Schnittpunkte haben, gleichwohl kaum gemeinsam diskutiert werden. Seit dem Buch von Alexander Mitscherlich in den 70-iger Jahren zur Unwirtlichkeit unserer Städte, ist das Thema im deutschsprachigen Raum beinahe versandet. Dieses Symposium sollte das Gespräch wieder in Gang bringen.
Ausgangspunkt für das Symposium war das ganz aus Glas gebaute Schulhaus Leutschenbach des Zürcher Architekten Christian Kerez. Nach einer Besichtigung des Schulhauses am Vormittag, ging es dann zurück in den Kunstraum Walcheturm, wo nach einem kurzen Imbiss das Symposium mit einem Gespräch begann, das Rahel Marti, leitende Redakteurin des HOCHPARTERRE, mit Christian Kerez führte. Anschliessend folgten kurze Referate von: Helge Mooshammer, Architekt und Theoretiker aus Wien, Eva Laquièze-Waniek, Philosophin aus Wien, und Insa Härtel, Kulturwissenschaftlerin aus Hamburg und Bremen.
Die Bemerkung, mit der er seinen Beitrag eröffnete, dass Architektur ein ständiges Arbeiten und Abarbeiten an Widerständen bedeute, war dann schon der geradezu ideale Einstieg in die Podiumsdiskussion, an der neben den Referenten auch noch Stanislaus von Moos, emeritierter Professor für Kunstgeschichte an der Universität Zürich, und Olaf Knellessen vom PSZ teilnahm.
Die Debatte verlief sehr lebhaft und kontrovers und wurde sowohl von den Teilnehmenden wie auch vom Publikum als sehr anregend und fruchtbar angesehen.

Gleichzeitig mit der Preisverleihung fand die Vernissage der Ausstellung von Vexations des preisgekrönten Werks von Gregor Schmoll statt, die dann für einige Zeit im Kunstraum Walcheturm zu sehen war.

Das mehrteilige Werk Vexations (französisch für Qual, Ärgernis, Beunruhigung) setzt sich mit Bildern von pathologischen Verhaltensmustern auseinander und zeigt, wie unsere Identität aus der Überlagerung eines Selbstbildes mit Projektionen von aussen entsteht.

Vexations besteht aus sechs Porzellanvasen und Serien von Schwarzweiss-Fotografien. Ein Teil der Fotografien zeigt den Künstler selbst in Frontalansicht. Er schneidet Grimassen, die an die berühmten Bilder von Hysterie-Patienten des Psychiaters Charcot erinnern; die Profile der Grimassen wurden auf das seitliche Relief der Vasen übertragen, die dadurch die Eigenschaft von Vexierbildern besitzen. Weitere Fotografien zeigen wiederum diese Vasen sowie Blumenblüten, die an Edward Weston und Robert Mapplethorpe erinnern.