Preisträger 2013

Als waschechter Zürcher hat sich der Missing Link diesmal nicht nur disziplinen-, sondern auch grenzüberschreitend für die vierte Preisverleihung nach Berlin aufgemacht. Dort wurde zusammen mit der International Psychoanalytic University (IPU) zu diesem Anlass eine Tagung zum Thema Sexuelle Differenz veranstaltet, einem Thema, bei dem – wie sich zeigte – die Frage der Grenzziehungen und Abgrenzungen dann sehr zentral wurde. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil es sehr unterschiedliche Positionen an dieser Tagung gab, so dass die Differenz zu auch heftigen Differenzen wurde. Nicht nur gab es – zum Glück – zur sexuellen Differenz verschiedene Positionen, es wurde auch die Frage gestellt, ob Sexualität überhaupt noch das Feld der Differenz sei, schliesslich wurde all dies in einem Trialog durchaus mit Witz auch durchgespielt.


Begleitet wurde die Veranstaltung in der Wandelhalle vom Video des Künstlers Götz Bury aus Wien, in dem er sich auf die Couch des Analytikers legt und sich die ganz sicher sehr bedeutsame und ebenso sehr ernst zu nehmende Frage stellt: Herr Bury, wie leben Sie?

Die anschliessende Preisverleihung wurde dann ein richtiges Fest. Bernd Schwibs moderierte geistreich und mit viel Humor und als erstes entzündete Rudolf Heinz zur Freude und zum Genuss aller ein Feuerwerk mit seiner Laudatio auf Daniel Strassberg, den Preisträger von The Missing Link, und auf sein Buch Der Wahnsinn der Philosophie. Dieser bedankte sich sichtlich bewegt.

Anschliessend liess es Husam Suliman mit seiner sehr persönlichen Rede an Mariana Schütt, die Preisträgerin des Förderpreises Link 2 Future, knallen und machte deutlich, wie sehr ihre Arbeit Anrufung und Unterwerfung diese Auszeichnung nicht nur verdient, sondern in der Tat auch eine Anrufung ist.

Der gelungene Abend ging dann weiter mit wunderbarem Essen in grosser und lebhafter Runde und mit heissen Diskussionen in der bitterkalten Berliner Nacht.