Kurs 09

Die intersubjektive Perspektive Intersubjektive Sichtweisen auf Identität

Beginn 12. April 2017 20:00
Mittwoch 14-täglich

① Metapsychologie
③ Klinische Ausbildung

Sie müssen eingeloggt sein um sich für diesen Kurs anzumelden

Dozenten

Informationen

Die Triebtheorie beschränkt sich im gängigen Verständnis auf eine Subjekt-Objekt-Relation und die Beschreibung einer intrapsychischen Entwicklung. In den amerikanischen intersubjektiven und interpersonalen Theorien hingegen findet sich ein Paradigmenwechsel zur Subjekt-Subjekt-Beziehung – wobei das Selbst als sich ständig durch den anderen neu konstituierend verstanden wird. Intrapsychisch versus intersubjektiv also? Weder noch, sondern nur beides! Auch wenn manche nicht mehr Sexualität, sondern Identität als die zentrale Thematik unserer Zeit sehen (Altmeyer, 2003), verbindet Identität als Klammerbegriff biologische Entwicklung und Vergesellschaftung und schliesst damit psychische wie physische Erfahrungen im originären Sinn ganzheitlich ein (Erikson, 1966). Dieses Spannungsfeld lässt sich besonders gut an der Adoleszenz beobachten, in der biologische Veränderungen, seelische Erfahrung und Strukturbildung am direktesten aufeinander bezogen sind und Identitätsbildung zentral wird (Bohleber, 1999).
Das Seminar stellt deshalb den Begriff der Identität ins Zentrum. Es wird der Frage nachgegangen, wie Identität entsteht und welche Rollen dabei soziale wie auch leibliche Aspekte für die psychische Entwicklung spielen. An Fallvignetten der KursteilnehmerInnen wird die Bewältigung der Pubertät und Adoleszenz nachvollzogen und es wird untersucht, wie und ob der Niederschlag dieser Phase im therapeutischen Prozess sichtbar wird.
Das Seminar erfordert aktive Mitarbeit und die Möglichkeit, Fallvignetten verschriftlicht einzubringen. Die schriftlich vorliegenden Vignetten werden auf dem Hintergrund der erarbeiteten Theorie interpretiert.